Memorandum über Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und Peking unterzeichnet
Beide Länder wollen künftig im Bereich der beruflichen Bildung enger kooperierenVom 16. bis 22. Juli 2006 besuchte der baden-württembergische Minister für Kultus, Jugend und Sport, Helmut Rau MdL, gemeinsam mit einer Bildungsdelegation die Volksrepublik China. Im Rahmen der Pekinger Bildungsmesse unterzeichneten Minister Rau und der Pekinger Bildungsminister Liu Limin ein Memorandum über eine fünfjährige Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung.
Im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung sowie der Lehrerfortbildung haben sich Rau und Liu Limin unter anderem auf die gemeinsame Entwicklung von beruflichen Ausbildungsgängen sowie auf den Austausch von Erfahrungen im Zusammenhang mit der Lehrerfortbildung und bei der Umsetzung von handlungsorientiertem Unterricht verständigt. Ebenso soll der Austausch von "Best-Practice"-Beispielen aus der Unterrichtspraxis, bei der methodisch-didaktischen Umsetzung und von Erfahrungen beim Einsatz neuer Unterrichtsmethoden im Bereich des vernetzten Lernens erfolgen.
Darüber hinaus ist es ein Ziel, die Zusammenarbeit der beruflichen Schulen zwischen Peking und Baden-Württemberg sowie der beruflichen Schulen in Peking mit den dort ansässigen deutschen Unternehmen zu fördern.
Neben dem gegenseitigen Austausch sollen gemeinsame Projekte die enge bilaterale Zusammenarbeit stärken. Dabei wurde vereinbart, dass beide Länder ein Qualifikationssystem für den gewerblich-technischen Bereich aufbauen und die gemeinsame Zusammenarbeit im Bereich der Lehrerfortbildung fördern. Jährliche Expertengespräche und internationale Berufsbildungssymposien sind ebenso Gegenstand des deutsch-chinesischen Memorandums.
Kultusminister Rau sagte nach der Unterzeichnung der Vereinbarung, das Memorandum sei eine einzigartige Gelegenheit für die beruflichen Schulen in Peking und Baden-Württemberg, denn so könnten partnerschaftliche Projekte auf den Weg gebracht werden, die nicht nur den Austausch von Schülern und Lehrkräften ermöglichten, sondern in besonderem Maße den Austausch von Ideen bei der Bildungsplanentwicklung und von Lehrmethoden. "Für eine andauernde und effiziente Partnerschaft sind persönliche Kontakte und persönliche Freundschaften die beste Garantie für einen Erfolg", betonte der Minister und sprach in diesem Zusammenhang eine Einladung für die Pekinger Bildungsdelegation nach Baden-Württemberg aus. Dort könnten sie das Bildungssystem vor Ort kennen lernen und zugleich neue Freundschaften schließen, aus denen künftige Partnerschaften entstehen könnten.
Rau hob in seiner Rede hervor, dass der Automobilsektor einen beträchtlichen Anteil an der deutsch-chinesischen Kooperation ausmache, denn dort seien die neuen Lehrmethoden die Voraussetzung für ein besseres Verständnis bei den Berufsschülerinnen und -schülern. Techniken zur Problemlösung in Kombination mit selbstorganisiertem Lernen seien unverzichtbare Bedingungen in der modernen beruflichen Bildung.
Der Minister zeigte sich zuversichtlich, dass beide Länder in allen Bereichen der beruflichen Bildung von der Kooperation profitieren werden. Dies sei von enormer Wichtigkeit, denn damit werde die Basis für den globalen Wettbewerb geschaffen.
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